Karte mit Reiseroute durch Ghana

Lieber Leser, wenn Du den gelben Linien auf der Karte folgst, siehst Du einen Vorschlag für eine Reiseroute durch Ghana. Aber jetzt nochmal in schriftlich, um es deutlicher zu machen: 

Der Ausgangspunkt ist – wer hätte es gedacht – Accra. Von dort aus kann ich empfehlen direkt in den Norden zu fahren und das Feld von hinten aufzuräumen. Eine Nachtfahrt nach Tamale dauert um die zwölf Stunden mit dem Bus. Also bietet es sich an, ein oder zwei Tage in Tamale zu bleiben, um sich einerseits auszuruhen und andererseits die Gelegenheit zu nutzen, sich auch die Stadt anzusehen. 

Tamale

Stopp in der Reiseroute Ghana: der VRA Swimming Pool in Tamale

Meiner Meinung nach, ist der „touristische Druck“ hier nicht besonders hoch. Soll heißen, dass Besucher nicht von einer Sehenswürdigkeit zur nächsten hetzen müssen und auch, dass die Menschen sehr freundlich und nicht aufdringlich sind. In Tamale lohnt es sich den Cultural Market am Jubilee Park zu besuchen und im Youth Centre einen Workshop für afrikanische Tänze mitzumachen oder einfach der Tanzgruppe beim Üben zu zuschauen. Wer im trockenen Norden eine Abkühlung braucht, kann den VRA Pool besuchen. Wer einen Pool mit etwas mehr touristischer Luxus-Luft bevorzugt, sollte zum Regal Hotel fahren. Nicht weit weg vom Regal Hotel liegt auch das Krankenhaus Habana Medical Service, was sehr zu empfehlen ist, falls Du medizinische Versorgung benötigst.

Unterkunft bei der Reiseroute durch Ghana in Tamale

Von dort aus erreicht man leicht mit dem Yellow Yellow, was im Norden der Begriff für ein TroTro ist, die große Moschee und den Central Market. Das ist das Herz der Stadt und es schlägt kräftig! Hier ist immer etwas los und man bekommt eigentlich  alles was das Herz begehrt: Essen, Stoffe, Kleidung, Getränke, Schmuck, Hairdresser, Schneiderinnen und vieles mehr. Darüber hinaus befindet sich im Zentrum auch ein Melcom. Das ist einer der wenigen Supermärkte in der Stadt. Dort bekommt man Produkte, die wir auch von Zuhause kennen: Nutella, Haribo, Dove.

Wer aber lieber ausgehen möchte und sich nicht mit  Streetfood, Essen vom Markt oder aus dem Supermarkt den Bauch füllen möchte, der sollte folgende Restaurants ausprobieren: Chuck’s Bar, El Wooden, The Crest  (Rooftop Bar) und Oasis. Hier ist garantiert für jeden etwas dabei! Für eine Unterkunft ist meine Empfehlung ganz klar das Catholic Guesthouse. Es ist sehr sauber, die Lage ist sehr gut und das Personal ist sehr freundlich. 

Navrongo, Paga, Bolga, Sirigu, Tongo Hills

Crocodile Pond: Emma Lehmkuhl mit einem Krokodil

Von Tamale aus fährt man ungefähr drei Stunden mit einem Bus oder Taxi hoch nach Navrongo. Dort gibt es schöne Gasthäuser in der Nähe der Universität. Navrongo ist deutlich ruhiger und nicht so überfüllt wie Tamale. Die meisten Touristen bleiben dort, weil man innerhalb von einer zwanzig minütigen YellowYellow-Fahrt, das Dorf Paga erreicht hat. Paga ist ein altes, kleines Dorf an der Grenze zu Burkina Faso.

Dort gibt es zum einen den Chief Palace und zum anderen den Crocodile Pond. Die Menschen dort glauben, dass sie mit den Krokodilen verwandt sind, weshalb sie sich um die Tiere kümmern. Aufgrund dessen sind sie an Menschen gewöhnt und lassen sich sogar streicheln. Dann geht es weiter nach Bolga! Bolga ist die Hauptstadt der Upper East Region und bietet ähnliche Sehenswürdigkeiten wie Tamale. Hier ist es am einfachsten sich vor Ort nach den Hotspots zu erkundigen. Wer sich für traditionelle afrikanische Kunst interessiert, der sollte von Bolga aus Sirigu ansteuern. In dem Dorf dreht sich alles um Kunst. Auch die Lehmhütten sind bunt angemalt und eine Besichtigung wert.

Emma Lehmkuhl auf ihrer Reiseroute durch Ghana auf den Tongo Hills

Doch damit nicht genug: Nicht weit weg liegen die Tongo Hills. Es ist eine Wohltat nach dem ganzen trockenen, platten Land mal Hügel und Felsen zu sehen. Man kann in den Tongo Hills wandern. Bei vierzig Grad muss man sich jedoch auf eine anstrengende Wanderung gefasst machen. Oben angekommen, erwartet einen dann allerdings eine kühle Brise und eine wunderschöne Aussicht. 

Wa und der Mole National Park

Elefant im Mole National Park

Von Bolga aus gibt es Verbindungen nach Wa. Hier ist das touristische Highlight der Hippo Pond und eine gemächliche Kanufahrt auf dem Lake. Einmal angefangen mit dem Wildlife, sollte man sich auf gar keinen Fall den Mole National Park entgehen lassen. Dazu muss man nach Damongo gelangen und von dort aus in den Park fahren, um (nach meiner Empfehlung) im Mole Motel zu übernachten. Hier trifft man mit großer Wahrscheinlichkeit auf viele andere neugierige Touristen, kommt in den Genuss eines Pools an dem auch schon mal ein Elefant vorbeischaut und hat eine atemberaubende Aussicht über den Park. Wer sich dort zwei oder drei Tage Zeit nimmt, kann die Walking Tour, die Mittags-Safari, Night-Safari und die Kanutour mitnehmen und garantiert Elefanten, Vögel, Affen, Krokodile und Antilopen sehen. Andere Tiere wie Großkatzen sind Glückssache! 

Kintampo und Kumasi

Straßenverkehr in Kumasi von oben

Von Damongo, wieder über Tamale und dann in Richtung Kumasi, sollte man in Kintampo Halt machen. Kintampo ist für seine Wasserfälle bekannt. Das Falls Palace Hotel liegt direkt an den Wasserfällen. Hier kann man es sich nochmal ein paar Tage gut gehen lassen, bevor man in die volle Stadt fährt. Denn das wäre unser nächste Stopp: Kumasi ist das zweite Accra. Touristisch und es bietet mehr Sehenswürdigkeiten und Kultur an, als beispielsweise Tamale. Von daher mache ich es kurz und werfe mit ein paar Stichworten um mich, die einen in Kumasi auf Trapp halten: 

  • Kulturzentrum
  • Königspalast
  • Jubilee Museum
  • Kriegsmuseum im Kumasi Fort
  • der Rattray Vergnügungspark
  • Owabi Wildlife Sanctuary

Von Kumasi erreicht man außerdem gut Bobiri’s beeindruckendes Butterfly Sanctuary

…wir nähern uns den Küstenorten und der Endstation 

Da es ab jetzt immer touristischer wird und meine Empfehlungen diesbezüglich wahrscheinlich in jedem Reiseführer zu finden sind, machen wir es nochmal kurz und knackig:

Frau läuft auf Hängeseilbrücke im Kakum Nationalpark

Die nächste Station wäre der Kakum National Park gefolgt von Cape Coast, dann weiter in Richtung Westen. Elmina Castle, Cape Three Point, die Strände wie Busua und Akiwaa und dann Richtung Volta Region. Die erreicht man mühelos über Accra. Ho lohnt sich für alle, die gerne wandern gehen und nicht genug von Wasserfällen und schöner Natur bekommen können. Bevor wir die Endstation Accra erreichen, darf ein Stopp im National Park Shai Hills, in Berekum, Aburi’s botanical gardens und Dodowa, nicht fehlen. 

Für diese Route sollte man mindestens drei Wochen einplanen. Lässt man einige Stopps weg, schafft man auch alles in zwei Wochen. Allerdings ist das sportlich. Nicht zuletzt weil man eigentlich um zwei Wochen einplanen sollte, um sich an die Kultur, das Klima, das Essen und die gesamte neue Umgebung zu gewöhnen. Für einen vernünftigen Ghana-Urlaub würde ich also mindestens drei bis vier Wochen Zeit empfehlen. Wer schon mal in Ghana war, dem reichen für einen Besuch vielleicht auch zwei Wochen. Wenn man mehr Zeit entbehren kann, umso besser!

Denn meine Anstöße und Reiseroute umfasst noch lange nicht alles, was in Ghana sehenswert ist! Dazu muss man auch sagen, dass jede Region ihre Besonderheiten hat und das sich auch Besuche in kleinen Dörfern lohnen. Alles was außerhalb der Touri-Stopps ist, öffnet einem die Augen für das wirkliche Leben in Ghana. Wer also mal in einem Dorf übernachten möchte, dem empfehle ich wärmstens das Gasthaus am Nazareth Home for God’s Children in Sang. Das Dorf liegt auf der Yendi Road und ist leicht von Tamale zu erreichen.

Geschrieben von Emma Lehmkuhl: