Ghanaisches Essen

Mark in Ghana

Das Motto beim Essen in Ghana lautet: Sharing is caring. Die Portionen sind deshalb riesig und jeder ist „invited“ zur Mahlzeit. Leichtes Essen ist schwer zu finden. Auf den Tisch kommen viele Kohlenhydrate, viel Fleisch und fettige Soßen. Auf den Märkten findet man zwar auch ganz viel frisches und leckeres Obst, aber typisch ghanaisch ist das nicht. In den klassischen Chop Bars gibt es eher folgende Gerichte:

  • Fufu 
  • TZ
  • Light Soup
  • Banku
  • Kenkey
  • Waakye
  • Red-Red
  • Yam Chips
  • Jollof Rice
  • Sugarbread

Ich möchte nicht zu viel vorweg nehmen, also rate ich allen Reisenden: Probiert es einfach selbst aus. Soviel verrate ich aber: Meine persönlichen Favouriten sind Red-Red, Yam Chips, Waakye, Jollof und Banku. Waakye und Jollof sind Reisgerichte, Red-Red besteht aus fritierten Kochbananen und Bohnen und Yam Chips erinnern an Pommes. Bankoo, Fufu, TZ und Kenkey sieht auf den ersten Blick gleich aus – und zwar wie ein deutscher Knödel – wird aber je nah Gericht anders zubereitet, serviert und besteht auch aus anderen Zutaten. Ein Geheimtipp wäre noch auf jeden Fall die Datteln zu probieren! PS: Die Ghanaer lieben es scharf und essen mit Händen!

Was die Getränkekarte angeht, probiere am besten folgendes

Emma mit ihren ghanaeschen Freunden beim Club Beer trinken

Alkoholisch:

  • Club Beer
  • Savanna
  • KPookeke Schnaps
  • Kakao Wein

Unalkoholisch:

  • Zomkom 
  • Iced Kenkey
  • Unifresh Juice
  • Sobolo

Der typische Ghanaer – PS: Natürlich scheren wir nicht alle über einen Kamm!

zwei ghanaesche Frauen mit bunten Kleidern, die Essen auf ihrem Kopf transportieren
  • ist sehr gastfreundlich und hilfsbereit
  • ist religiös
  • spricht pidgin English und mindestens eine der über 60 Sprachen, die es im Land gibt
  • ist sehr offen und ehrlich
  • hat Rhythmus im Blut
  • isst und trinkt gerne
  • hat eine große Familie
  • spricht nicht gerne über Politik
  • trägt bunte Kleidung

Was noch gesagt werden muss

Müll und Plastik in den Straßen Ghanas
  • nicht erschrecken: Plastik ist leider Teil der Landschaft geworden
  • auf sein Bauchgefühl vertrauen, wenn es darum geht Locals kennenzulernen – Menschenkenntnis ist alles! 
  • sich schlau machen, was aktuelle Markt- oder Transportpreise angeht! Denn sobald die Ghanaer hellhäutige Menschen sehen, kann der Preis schon mal angehoben werden
  • das Wasser aus den Plastikbeuteln nur trinken, wenn es sauber aussieht
  • Durchfall ist normal, aber sobald auch Bauchschmerzen dazukommen einen Arzt aufsuchen
  • „Saleminga“ oder „Obroni“ sind Bezeichnungen für weiße Menschen (es ist positiv konnotiert)
  • Pünktlichkeit gibt es sogut wie gar nicht: Es herrscht Ghana-Time
  • Finde deinen Local-Name heraus (Tipp: An welchem Wochentag bist du geboren?)
  • alles ist immer dreckig
  • man muss sich so manches Mal von fließendem Wasser und Strom verabschieden
  • man muss unbedingt FanYogo probieren! Ein Frozen Yogurt, der überall auf der Straße verkauft wird
  • wer Verkehrsregeln beachtet, ist schon fast eine Ausnahme
  • Afro Beats und Reagge sind der Renner in den Night Clubs
  • wenn man Hilfe braucht, wird man sie bekommen! Egal worum es geht
  • man sollte auf keinen Fall voreingenommen nach Ghana kommen: Die Menschen machen das Land zu dem, was es ist und davon muss man sich überraschen lassen
  • nicht wundern, wenn es mal irgendwo brennt; das ist kein Buschfeuer, die Ghanaer brennen das Elefantengras in der Trockenzeit absichtlich herunter, um sich vor Tieren zu schützen und damit es in der nächsten Regenzeit wieder wächst
  • man kann Ghana auch als junge Frau alleine bereisen und die zahlreichen Heiratsanträge lassen sich mit einem falschen Ehering ganz gut abwimmeln
  • „How are you“  gehört immer mit zur Begrüßung!
  • gib nicht jedem deinen Kontakt/Telefonnummer

Der Reverse-Culture-Shock

Ghana: Frau hockt auf dem Boden mit einer Kelle in der Hand vor gefüllten Töpfen

Nach dem sorgenfreien und so gut wie regelfreiem Leben in Afrika und dem afrikanischen Lifestyle, kann die Leistungsgesellschaft, der Druck, Konsum und Reichtum der westlichen Länder einen schon umhauen. Die Menschen scheinen plötzlich nicht mehr so freundlich zu sein und sich mehr um sich selbst zu kümmern, als um ihre Mitmenschen. Es ist nur noch wichtig, wer das neuste Handy hat und die bessere Karriere macht. Wenn man nach Hause kommt, kehren die meisten wahrscheinlich auch zu alten Dramen und Problem zurück. Dabei liegt die beste Medizin dagegen doch auf der Hand! Und zwar in seinen Erinnerungen wühlen und seine afrikanischen, neu gewonnen Lebenseinstellungen hervorzukramen und das Leben nicht so schwer nehmen. Man hat doch gesehen, wie schlecht die medizinische Versorgung, das Bildungssystem, die Wasserversorgung von manchen Menschen ist und wie schwer sie für ein gutes Leben arbeiten! Ja klar, jeder hat seine eigenen Probleme.

Eine kleine moralische Botschaft, kann ich mir aber trotzdem nicht verkneifen. Denn wir müssen lernen, auch mal mit dem zufrieden zu sein, was wir haben und nicht immer alles perfektionieren zu wollen bis zum Burn-Out. Oberflächlichkeit ist eine Frage von Luxus und wir werden blind für das, was links und rechts von uns passiert! Wenn Menschen Hilfe brauchen, dann warten die meisten darauf, dass einfach jemand anders hilft. Wir stehen in ständiger Konkurrenz mit unseren Mitmenschen und vergleichen uns, anstatt das Leben mal so zu nehmen, wie es kommt und es miteinander zu leben.

Damit wünsche ich allen eine gute Reise und wer sich genauer informieren möchte und auch noch mehr über die Geschichte und Politik Ghana’s erfahren möchte, dem lege ich Jojo Cobbinah’s Reiseführer vom Peter Meyer Verlag ans Herz!

Geschrieben von Emma Lehmkuhl: