Menschen laden Ziegen auf das Dach von einem Minibus in Accra

Wer nach Ghana fliegt, der landet in Accra. Durch die Adern der Hauptstadt und dieser pulsierenden Metropole Ghanas strömt leidenschaftliches afrikanisches Temperament: In den Straßen können Neuankömmlinge sich auf einen Kulturschock nach dem anderen gefasst machen. 

Tritt man aus dem akklimatisierten Flughafen heraus, wartet die erste Herausforderung vor der Tür. Je nachdem ob man zur Trockenzeit (November bis April) oder Regenzeit (April bis September) ankommt, erwartet einen unterschiedliches Wetter. Aber so oder so muss man sich auf schwüle Hitze einstellen, die einen jeden „Westländer“ umhaut. Herausforderung Nummer zwei ist dann für die meisten zum Schlafplatz zu gelangen. Den Fahrer muss man natürlich bezahlen – also nicht vergessen Geld zu wechseln oder abzuheben! Das geht direkt am Flughafen. Kreditkarten funktionieren einwandfrei an jedem Geldautomaten. In Accra kann ich Uber Fahrer empfehlen, da diese günstiger sind als Taxen.

Hat man es dann zu seiner Bleibe geschafft, darf man nicht überrascht sein, wenn die Toilettenspülung mal nicht funktioniert – falls es überhaupt fließendes Wasser gibt. Ein Moskitonetz und eine Flasche Wasser sind außerdem wichtig! Viel trinken muss man sowieso, aber auch zum Zähneputzen sollte man immer sauberes Wasser zur Hand haben. Gerade in Accra können alle möglichen Bakterien über das Wasser übertragen werden. Typhus, Cholera und andere Krankheiten fängt man sich schneller ein, als man denkt. Trotz Impfschutz gilt: Vorsicht ist besser als Nachsicht!

Accra Eindrücke

Die Straßen Accras

Nach der ersten Nacht ist man wahrscheinlich bereit die Stadt zu erkunden. Ich kann nur aus eigenen Erfahrungen sprechen, aber der erste Eindruck von Accra ist chaotisch, groß, dreckig, voll. Es riecht fremd, Gesprächsfetzten von Englisch und Twi fliegen durch die Luft, man muss sich an das fremde Essen gewöhnen und die „Infrastruktur“ der Stadt erleichtert die Orientierung auch nicht gerade. Überall gibt es kleine Hütten und Buden an den Straßenrändern. Dort wird alles verkauft. Egal ob Essen, Kühlschränke, Kleidung, Handys. Alles.

Apropos Essen: Die Ghanaer legen nicht sehr viel Wert auf ein „ausgewogenes“ Frühstück. Ein klassisches Frühstück ist ein Egg Bread aus dem Hostel oder am Straßenrand. Von „Two Cedi Bread and one cedi egg“ wird eigentlich jeder satt. Andernfalls ist Porridge auch immer eine Option (wobei man sich nicht wundern darf, wenn es mal säuerlich schmeckt). Egal wo man isst, sollte man außerdem darauf achten, dass das Essen heiß ist. Denn in Afrika gilt: „Cook it, peel it or leave it!“. Zumindest für den Anfang, wenn man noch nicht sämtliche Magen-Darm Geschichten hinter sich hat und nicht scharf auf Bauchschmerzen und Durchfall ist. Zu seinem Frühstück kann man sich auf Milo-Kakao, Lipton-Tea oder Nescafe einstellen. Alle leidenschaftliche  Kaffee Trinker werden bitter enttäuscht und müssen sich mit Instant Kaffee zufrieden geben. Damit können wir uns dann gestärkt ins Abenteuer werfen!

Ein Tag in der Stadt – Was ziehe ich an?

Batik-T-Shirts hängen an Kleiderbügeln an einem Baum
  • Sandalen/Schlappen sind der absolute Renner in Ghana, aber feste Schuhe sind für längere Touren durch die Stadt und über die Märkte mehr als angenehm
  • eine kurze Hose ist in Ordnung, aber es gibt einen Unterschied zwischen knapp und kurz!
  • alles was weiß ist, bleibt nicht weiß. Also lieber gleich auf bunte oder dunkle Stoffe setzen
  • weite Kleidung macht die Hitze erträglicher
  • ein Kopftuch oder eine Cap

Was sollte ich dabei immer haben?

  • eine Bauchtasche ist ein ständiger Begleiter
  • Handy, Geldbeutel mit dem nötigen Kleingeld und Ausweis
  • Desinfektionsmittel!!!
  • Mückenspray
  • Schweißtuch (gibt es am Straßenrand zu kaufen) 

Accra ist groß – Wohin soll’s gehen?

Meerblick in Kokrobite
  • zunächst kann ich empfehlen die Umgebung um seine Bleibe herum zu erkunden
  • zum Einkaufen bietet sich der Kaneshi Market an (vor allem für Stoffe, Schmuck und Gewürze)
  • Art Market, Jamestown
  • Night Market, Lapaze (allerdings  nach Möglichkeit nicht alleine)
  • Lambadi Beach (schön für einen Spaziergang am Strand oder eine Beach Party, aber gefährlich zum Schwimmen; einige Touristen sind hier bereits ertrunken)
  • Kokrobite – liegt ein wenig außerhalb am Meer und bietet Besuchern ein kleines Surfer Paradies 
  • Botanischer Garten der Uni von Legon
  • Makola Market
  • National Museum
  • Accra Mall, A&C Mall

Zum Essen oder Ausgehen findet man an jeder Ecke ein Restaurant oder eine Bar und Accra bietet nicht nur ghanaische Küche, sondern auch internationale Gerichte an, aber dazu später mehr

Tipps zur Orientierung und Unterkünften

  • die Straßen in Accra tragen zwar Namen, aber die meisten Accraner orientieren sich an Gebäuden
  • ständig nach dem Weg fragen und Google Maps zu Rate ziehen ist die schnellste und verlässlichste Methode
  • der Accra Circle im Herzen der Stadt ist ein Knotenpunkt an dem auch zum Beispiel die Langstreckenbusse halten bzw. starten
  • egal ob bei Bustickets oder Buchungen von Unterkünften gilt: nicht über das Internet buchen, sondern immer vor Ort oder über das Telefon
  • bei Unterkünften bietet Accra eine Auswahl von Gasthäusern und Hostels sowie das Good Shepered Home (Box AB 354. Abeka_Accra) oder das Sleepy Hippo bis zu schicken Hotels und Lodges
  • wer ein gutes Krankenhaus in Anspruch nehmen muss, der sollte in das Lister Hospital fahren (Airport Nähe)

Wir verlassen Accra!

Straßen außerhalb von Accra

Ghana hat viel zu bieten und hinter den Stadtgrenzen von Accra wartet noch ein ganz anderes Afrika auf einen. Accra ist modernisiert und verhältnismäßig reich. Wagt man sich jetzt also weiter hinein ins Landesinnere, erwarten einen wieder ganz neue Eindrücke und Umgebungen.

Wie kommt man an sein Ziel?

Mann sitzt auf einem grünen Bus, der durch Ghana fährt
  • Fernbusse (VIP, O.A. usw. sind sicher und komfortabel. Die Station ist am Circle und sehr unübersichtlich, also gilt hier: fragen, welcher Bus der richtige ist und wie man an ein Ticket kommt)
  • man muss früh an der Station sein, damit man ein Ticket bekommt und dann viel Geduld haben, denn er wird erst lange beladen und verlässt die Station nie pünktlich
  • TroTros, Uber oder Taxen sind eine gängige Möglichkeit für etwas kürzere Strecken von ein bis zwei Stunden
  • möchte man z.B in den Norden nach Tamale, kann man auch fliegen

Geschrieben von Emma Lehmkuhl: